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Lehrkräfte als Respektpersonen – Gewalt ist keine Lösung



Anfang Mai äußerte ein Politiker in seiner Rede, dass Lehrkräfte als Respektpersonen auftreten sollten und hat dabei auch eine „schlagende Hand“ als Mittel ins Spiel gebracht.


Diese Aussage hat in unserem Verein und auch in der österreichischen Bildungslandschaft, bei Pädagog:innen, Eltern und Schüler:innen große Irritation und Besorgnis ausgelöst. Auch die anderen Parteien im Nationalrat fühlen sich seitdem angesprochen und wurden aktiv.


Gewalt in der Erziehung – Ein Rückschritt


Die Vorstellung, dass Lehrkräfte durch körperliche Gewalt Respekt einfordern sollen, widerspricht klar den Prinzipien moderner Pädagogik und dem österreichischen Schulgesetz. Gewalt – ob physisch oder psychisch – ist kein geeignetes Mittel, um Respekt zu vermitteln. Vielmehr führt sie zu Angst, Unsicherheit und Vertrauensverlust. Österreich hat sich längst von autoritären Erziehungsmethoden entfernt und setzt auf Dialog, Wertschätzung und Empathie.


Ein genauerer Blick in den Schulalltag zeigt jedoch, dass die Versuchung zur „schlagenden Hand“ meist dort entsteht, wo Lehrkräfte einem enormen Maß an Überforderung ausgesetzt sind. Gerade in solchen belastenden Situationen kann der Eindruck entstehen, dass körperliche Sanktionen eine schnelle Lösung bieten. Doch diese Sichtweise übersieht den Kern des Problems: Es bedarf einer Schulpolitik, die die Rahmenbedingungen so gestaltet, dass Überforderung gar nicht erst entsteht. Lehrkräfte müssen jederzeit und ohne Verzögerung Unterstützung erhalten können, sobald sie ihre Belastung gegenüber ihren Vorgesetzten ansprechen.


Die Forderung nach dem Einsatz körperlicher Gewalt gegen Kinder in Schulen ist eine politische und menschliche Fehlentscheidung. Ebenso bedenklich ist es jedoch, wenn den Ursachen – insbesondere der Überforderung der Lehrkräfte und Elementarpädagogen – nicht sofort und wirkungsvoll begegnet wird.


Hier liegt der Ball klar bei den Regierungsparteien, endllich entsprechende Handlungen zu setzen, wie zum Beispiel die Herabsetzung der Kinderanzahl in den Klassen und Gruppen, mehr Personal, besser geschultes Personal, unterstützendes Personal, Supervision oder eine angemessene räumliche Ausstattung, um nur ein paar Möglichkeiten zu nennen.


Lehrkräfte als Vorbilder


Lehrkräfte sind wichtige Bezugspersonen für Kinder und Jugendliche. Sie vermitteln nicht nur Wissen, sondern auch Werte wie gegenseitigen Respekt, Fairness und Zivilcourage. Ein respektvoller Umgang entsteht durch Verständnis, klare Regeln und konsequentes Handeln, nicht durch Gewaltandrohung oder -ausübung.


Gesetzliche Grundlage


Das österreichische Schulrecht verbietet explizit jede Form von Gewalt gegenüber Schüler:innen. Die körperliche Züchtigung ist seit Jahrzehnten nicht mehr zulässig. Wer Respekt fordert, muss ihn selbst vorleben – und zwar durch Kommunikation, Geduld und Integrität.


Gesellschaftliche Verantwortung

Die Aussagen von diesem Politiker sind nicht nur pädagogisch fragwürdig, sondern auch gesellschaftlich gefährlich. Sie könnten alte, längst überwundene Muster wieder salonfähig machen und so das Vertrauen in das Bildungssystem und die Lehrkräfte untergraben. Die Schule ist ein Ort, an dem Kinder und Jugendliche in einem sicheren Umfeld lernen und wachsen sollen – ohne Angst vor Gewalt.


Sascha Hörstlhofer/Martina Lemp


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