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In dankbarer Erinnerung an Astrid


Vor einer Woche erreichte uns die traurige Nachricht, dass Astrid Perjul im Urlaub tödlich verunglückt ist.

Es ist schwer, die richtigen Worte zu finden, wenn ein Mensch, so plötzlich und auf tragische Weise von uns geht.


Ich kannte Astrid zuerst als Mutter des besten Volksschulfreundes meines Sohnes. Später übernahm sie die Leitung eines Kindergartens und wir begannen unsere Zusammenarbeit in Sachen Kinderschutz.


Astrid war für mich eine wahre Powerfrau: Voller Energie, ein Organisationstalent, das seinesgleichen sucht, immer bereit zu lernen und zu handeln. Sie war keine, die nur redete – sie krempelte die Ärmel hoch und packte an.

Genau deshalb wurde sie für mich zu einem Vorbild im Kinderschutz, einem Bereich, in dem allzu oft viel geredet wird, aber leider zu wenig getan.


Besonders in Erinnerung geblieben ist mir ihr Online-Vortrag über die liebevolle und gewaltfreie Eingewöhnung von Kindern im Kindergarten. Mit ihrer großen Erfahrung vermittelte sie eine Sicherheit und Klarheit, die mich tief beeindruckten. Ich dachte damals: „Ja, genau so muss die Eingewöhnung eines Kindes sein – liebevoll, kindgerecht, aber auch mit klaren Grenzen und Regeln.“


Auch ihre Vorträge „Ist mein Kind schon verhaltensauffällig?!“ und „Warum beißen Kinder?“ halfen zahlreichen Eltern weiter. Mit vielen Fallbeispielen und konkreten Hilfestellungen unterstützte sie Eltern in unserer Vereinsarbeit auf ganz besondere Weise.


Ich bin überzeugt, dass das Gute, das Astrid durch ihre Vorträge gesät hat, in vielen Familien wachsen wird.


Ich erinnere mich auch daran, wie begeistert sie unser Projekt „Kinderrechte Memo Spiel“ aufgenommen hat. Sie war die erste Leiterin eines Kindergartens, die unser Spiel für alle Gruppen bestellte und sofort einsetzte.

Sie hat auch gleich vorgeschlagen, einen Beitrag für ihren Podcast über das Spiel zu machen, in dem sie mich über das Spiel interviewte. Sie teilte aus ganzem Herzen meinen Wunsch, die Kinderrechte mit Hilfe des Spieles bekannt zu machen. Es war damals mein erstes Interview für einen Podcast, anders als Astrid, bleibe ich gerne im Hintergrund und meide die Öffentlichkeit. Sie jedoch konnte mich schnell überzeugen. Sie hatte eine große Gabe, anderen Menschen Selbstbewusstsein durch ihre Wertschätzung zu vermitteln.


Als ich sie fragte, ob sie als Referentin für unsere Elternkurse tätig sein wolle, kam von ihr ohne Zögern ein klares „JA“. Kein Abwägen, kein Zaudern – einfach ein beherztes "Ja".


Auf dieses "Ja" konnten wir uns hundertprozentig verlassen. Astrid war da, sie organisierte, begleitete und betreute Eltern liebevoll und kompetent.


Dazu möchte ich noch meine Erfahrung anmerken, dass es nicht leicht ist, Menschen für die Mitarbeit in einem gemeinnützigen Kinderschutzverein zu gewinnen. Viele scheuen das Thema oder nehmen sich nicht die Zeit, sich zu engagieren. Dranzubleiben am Thema Kinderschutz ist ebenso eine Herausforderung, weil viel präventive Arbeit im Verborgenen geschieht, unsichtbar bleibt: Wir arbeiten im Vertrauen darauf, dass die Samen der Gewaltlosigkeit, einer liebevollen Erziehung "irgendwann" Früchte tragen, "irgendwo", in "irgendeiner" Familie, in "irgendeiner" pädagogischen Einrichtung.


Jetzt bleibt mir nur, Astrid dafür ein riesengroßes DANKESCHÖN auszusprechen. Ich bin sehr traurig, dass unsere Zusammenarbeit und unser gemeinsamer Einsatz für den Kinderschutz so früh und tragisch endeten.


Liebe Astrid, ich bin sicher, dass du diese Samen einer gewaltlosen Erziehung, die du in der Elternbildung gesät hast, als blühende Blumen mit in den Himmel nehmen wirst. Du wirst mir immer als eine andere ermutigende, tatkräftige und fröhliche Person in Erinnerung bleiben.


Im Namen unseres Vereins sprechen wir deiner Familie unser tiefstes Mitgefühl aus. Wir sagen auf Wiedersehen und danken dir von Herzen für alles, was du für den Kinderschutz und die Kinder getan hast.

Du wirst uns fehlen. Ruhe in Frieden.

 

Martina Lemp



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