Wo Eltern und Kinder mit Ängsten, Sorgen und psychischen Problemen Hilfe finden




Egal wo man hinschaut, egal wen man fragt, als Mutter oder Vater hört und sieht man sie an jeder Ecke: Ratschläge, Tipps und Hinweise wie man seine Kinder am besten erzieht.




Hat man selbst vielleicht schon länger das Gefühl, dass mit den eigenen Kindern oder in der eigenen Familie etwas nicht so gut läuft, sucht man meist zuerst in Büchern

oder im Internet nach Hilfe. Doch nicht immer finden sich dort die passenden Lösungen.


Wenn Eltern beginnen, darüber nachzudenken was zu tun ist um die Konsequenzen und negativen Auswirkungen von Erziehungsfehlern, Trennungen, traumatischen Erlebnissen, oder Entwicklungsstörungen "abzufedern", ist es oft nicht leicht, die passende Hilfe zu finden.


Welche Art von Hilfestellung könnte die wirkungsvollste sein? Erziehungsberatung, Psycholog/-in, Psychotherapeut/-in oder gleich einen Facharzt/-ärztin für (Kinder)Psychiatrie?



Wem nützt Erziehungsberatung?


Eine der wichtigsten Aufgaben innerhalb der Erziehungsberatung besteht darin, Eltern dabei zu begleiten, den Familienalltag positiv zu gestalten, Probleme konstruktiv zu lösen und ihren Kindern dadurch zu helfen.



Ziele der Erziehungsberatung sind die Sicherung bzw. Wiederherstellung günstiger Entwicklungschancen für das Kind, die Erweiterung der Erziehungskompetenz der Eltern und Bezugspersonen sowie für Entlastung im Alltag zu sorgen und auch die Stärkung der Freude am Zusammenleben in der Familie.

Die Beratungsthemen sind vielfältig. Sie umfassen alle Bereiche, von denen Eltern und Kinder betroffen sein können. Die Fragen der Eltern reichen dabei von: "Wie finde ich einen guten Kindergarten?" bis zu " Ist das Verhalten meines Kindes noch normal?".

Man könnte sagen, dass kein Problem zu klein ist, um es nicht in einer Beratung klären und vielleicht lösen zu können, bevor es zu einer schwerwiegenden Belastung und in Folge zu psychischer Krankheit bei Kindern oder Eltern führt.

Erziehungsberater/-innen und Familienberater/-innen stellen keine Diagnosen und führen keine Therapie durch. Gute Erziehungsberater/-innen sind jedoch immer mit anderen Experten vernetzt und unterstützen die Familien auf der Suche nach weiteren Fachkräften und Hilfseinrichtungen, wenn notwendig.


Wann braucht ein Kind einen Psychologen?

Manche Probleme lassen sich erst dann besser erkennen, wenn eine Diagnostik und spezielle Testungen durchgeführt worden sind. Das sind die Spezialgebiete von Psycholog/-innen. Getestet werden können z.B. die Leistungsfähigkeit, Persönlichkeitsmerkmale, Verhaltensstörungen oder psychische Veränderungen.

Psycholog/-innen dürfen Gutachten erstellen und Eltern beraten. Kinderpsycholog/-innen haben ein Universitätsstudium absolviert und behandeln Verhaltensauffälligkeiten, Depressionen und Ängste. Dabei werden verschiedene Techniken und Methoden angewendet, die individuell auf das Kind zugeschnitten werden.

Ziel ist es, die Erkrankung in den Griff zu bekommen und das Selbstbewusstsein des Kindes zu stärken.



Soll mein Kind eine Psychotherapie bekommen?


Die Ausbildung zum Psychotherapeuten,-therapeutin, ist nicht ausschließlich Akademikern (Psychologen, Ärzten, Pädagogen) vorbehalten. Auch Sozialarbeiter/-innen, Krankenschwestern, Kindergärtnerinnen, Lehrer/-innen und gelegentlich auch andere Berufsgruppen können diese Ausbildung absolvieren.

Psychotherapeut/-innen diagnostizieren und behandeln psychische, psychosoziale und psychosomatische Verhaltensstörungen und Leidenszustände.


Das konkrete Ziel einer Psychotherapie wird zu Beginn der Behandlung besprochen und ist klientenzentriert. Weiters gibt es kein festgelegtes Schema oder eine festgelegte Dauer für den Ablauf einer Psychotherapie. Eltern sollen im Vorfeld recherchieren und erfragen, nach welcher therapeutischen Methode gearbeitet wird. Ebenso müssen Eltern deklarieren welche Ziele erreicht werden sollen und in welchem gewünschten Zeitrahmen.


In unserem Blog Artikel „Fragen zur Psychotherapie bei Kindern“ informiert Psychotherapeutin Mag. Katrin Hofer, wann Psychotherapie bei Kindern sinnvoll ist.



Wann sollten Eltern ihr Kind zu einem Facharzt für Psychiatrie bringen?


Wenn psychische Probleme nicht mehr ohne Medikamente behandelt werden können oder genaue Diagnosen von Krankheitsbildern erstellt werden müssen, brauchen Kinder einen Facharzt für Psychiatrie.

Diese haben die Facharztausbildung in Psychiatrie absolviert und sind somit Ärzte, -innen, die sich auf die Diagnostik und Behandlung von psychischen Störungen und Krankheiten spezialisiert haben.

Sie sind für die Behandlung mit Medikamenten und auch für die Überprüfung der Wirkung und Nebenwirkungen von Medikamenten zuständig. Manche Psychiater/-innen haben zusätzlich eine Psychotherapieausbildung absolviert und sind somit auch als Psychotherapeut/-innen tätig.


Zusammenfassend lässt sich sagen:

So verwirrend die verschiedenen Berufsbezeichnungen auch sein mögen, gänzlich falsch können Eltern nicht entscheiden, wenn sie auf der Suche nach geeigneten Hilfe sind.

Alle eben genannten Berufsgruppen sind zwar unterschiedlich, jedoch professionell ausgebildet und werden Eltern oder Kindern, sollte es nötig sein, an spezielle Einrichtungen oder an andere Fachkräfte weitervermitteln.


Martina Lemp

Dipl. Erziehungsberaterin

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