Lernwerkstatt Sowiedu - Eine Schule für besonders schutzbedürftige Kinder!



Wie kann man Schule für besonders schutzbedürftige Kinder gut gestalten?


Bezugnehmend auf aktuell immer wieder von den Medien aufgegriffene Geschichten von lieblosem, gewalttätigem Umgang in Kindergärten und Schulen, von SchülerInnen untereinander, oder LehrerInnen und SchülerInnen, von verbaler und körperlicher Gewalt und Mobbing, ist es nötig über jene Kinder sprechen, die von ihrer psychischen Anlage her noch weniger in der Lage sind sich gegen Übergriffe abzugrenzen als andere und jene Kinder, die durch solche Vorkommnisse traumatisiert wurden.


Menschen, die Kinder betreuen und unterrichten, sei es im Kindergartenalter, oder in der Schulzeit tragen viel Verantwortung. Sie sorgen für das körperliche Wohl der anvertrauten Kinder, deren gute Entwicklung.


In der Schule rückt der Lernfortschritt in den Vordergrund, aber nicht immer ist es möglich dabei das emotionale und psychische Wohlergehen auch noch umfassend im Fokus zu haben. Manche Kinder sind empfindsamer, haben Traumatisierungen erlebt, oder brauchen für ihre emotionale und soziale Entwicklung länger als andere. Man bedenke dabei, dass laut dem neuesten Forschungsstand zwei Jahre Entwicklungsunterschiede noch der Norm entsprechen.


Manche Kinder benötigen daher einen besonders geschützten Rahmen um sich gut entwickeln zu können. Man kann Kinder achtsam begleiten, bis sie selbst Selbstfürsorge, Konfliktlösungskompetenz und Selbstbewusstsein erlangt haben, dies sollte die Grundlage für ein gutes Gruppenklima sein.


Alle Menschen lernen leichter und erfolgreicher, wenn sie keine Angst haben. Leider gibt es nicht nur überdurchschnittlich empfindsame Kinder, oder solche mit verzögerter emotionaler Entwicklung, sondern auch Kinder mit spezifischer Schulangst, übermäßiger Prüfungsangst, starker Schüchternheit und ähnlichen Ängsten, die ihnen das Leben und das Lernen schwer machen.


Wie bietet man solchen Kindern einen sicheren Hafen zum Lernen?


Eine möglichst kleine, überschaubare Gruppengröße ist hilfreich.

Ein weiterer wichtiger Baustein ist eine liebevolle, empathische und individuelle Betreuung durch Bezugspersonen, die auf eine gute Beziehungsqualität achten.


Ausführliches Besprechen des Alltags und rechtzeitiges Vorbereiten auf Änderungen, wie Ausflüge erleichtern ängstlichen Kindern sich auf den Schulalltag einzustellen.


Gewaltprävention, Empathietraining und Selbstfürsorge im Fokus von zumindest einer Schulstunde pro Woche, sowie Achtsamkeit hinsichtlich der Gruppendynamik unterstützt einen förderlichen Umgang der Kinder miteinander.


Im Vordergrund der Unterrichtsgestaltung sollte das das Ziel stehen, den Kindern eine schöne Schulzeit zu ermöglichen, die ihre Freude am Lernen weckt und erhält. Sehr hilfreich dabei ist die Selbstständigkeit zu fördern und individuelle Erfolgserlebnisse zu ermöglichen.


Darüber hinaus ist eine enge Zusammenarbeit mit den Eltern und wenn vorhanden auch mit TherapeutInnen wichtig, um die Kinder gut begleiten zu können. Kinder mit sicherem Sozialverhalten profitieren natürlich ebenfalls von einem solchen Umfeld.



Mag. Maria Kraze

www.sowiedu.at


Die Lernwerkstatt Sowiedu ist seit 2016 Österreichs erste Schule in der ein Drittel der Plätze für Kinder mit Angstproblematik reserviert sind.


Der Schutz von Kindern, die aufgrund ihrer Ängste nicht mit dem herkömmlichen Schulsetting zurechtkommen, ist uns ein Anliegen. Der Unterricht für 1. bis 6. Schulstufe orientiert sich an Montessori und Freinet, Konflikte lernen wir mit Faustlos zu lösen.

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