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Eine Woche Handyverbot!

Aktualisiert: 4. Sept. 2021


Die zwölfjährige Sandra kommt vom Freibad nach Hause. Es sind Ferien, das Wetter ist herrlich und sie hat den Nachmittag mit ihren Freundinnen genossen. Müde vom Toben und Schwimmen wirft sie die Tasche mit den nassen Sachen in die nächste Ecke, holt sich aus der Küche etwas zu trinken und zieht sich mit ihrem Handy in ihr Zimmer zurück, wo sie bald einschläft. Als am Abend ihre Mutter von der Arbeit nach Hause kommt, entdeckt sie die Badesachen ihrer Tochter und begibt sich wütend zu ihr ins Zimmer. Dort poltert sie los: „Wie oft soll ich dir noch sagen, dass du deine Sachen wegräumen sollst! Bist du eigentlich zu blöd, oder was?! Anscheinend muss man bei dir immer mit Strafen kommen! Kannst du haben, eine Woche Handyverbot! Dir werde ich‘s zeigen!“


Was erreicht Sandras Mutter mit dieser Strafe oder ähnlichen Maßnahmen?


Jeder kennt diese Momente, die dazu führen, dass etwas aufgeschoben wird, was eigentlich gemacht werden sollte. In Sandras Fall wird sie von ihrer Mutter ertappt, die offensichtlich sehr wütend über diese Tatsache ist.


Diese Wut von Sandras Mutter und die angedrohte Strafe erzeugt jedoch noch viel mehr Angst vor der Mutter, etwas falsch machen zu können und wird ihr nicht dabei helfen, ordentlicher zu werden.


Die erzeugte Angst kann sich im Weiteren auch auf andere Situationen übertragen, wie etwa dem Gefühl, “nicht gut genug oder blöd zu sein”, wie die Mutter dies auch äußert.


In Sandras Fall handelt es sich offensichtlich um eine Wiederholungstat, die ihre Mutter ausrasten ließ. Diese Wut von Sandras Mutter und die ausgesprochene Strafe beruht darauf, dass sie sich in ihren Wünschen von Sandra nicht ernst, ja nicht einmal wahrgenommen fühlt.


Die ausgesprochene Sanktion (Handyverbot) der Mutter wird Sandra nicht dabei helfen ordentlicher zu werden, weil eine lautstark vorgetragene Schuldzuweisung mit einem Beisatz, der eindeutig unter der „Toleranzschwelle“ liegt, zu Widerstand und Abwehr, aber sicher nicht zu Verständnis und Einsicht führt.


Egal, ob durch die mütterliche Vorgangsweise Angst oder Trotz erzeugt wird, es kommt zu einer massiven Störung des Beziehungsverhältnisses, die gerade in dieser Altersstufe nur mühsam repariert werden kann.


Haben auch Sie Erfahrungen mit schwierigen Situationen mit Ihren Kindern oder Teenagern gemacht? Würden Sie gerne herausfinden, wie solche und ähnliche Situationen gewaltfrei gelöst werden können?


Wenn Sie merken, dass Sie in einer belastenden Situation mit Ihrem Kind an Ihre Grenzen kommen und Gefahr laufen, dass die Situation eskaliert, Sie Ihrem Kind weh tun oder es kränken und beleidigen könnten, zögern Sie bitte nicht, Hilfe in Anspruch zu nehmen.


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Österreichischer Kinderschutzbund Wien – T: 0677 619 817 20 Mail: verein@kinderschutz.at


Dieser Blog - Artikel stammt aus unserer Broschüre: Ist das schon Gewalt?


Herausgeber/Eigentümer/ Verleger: Österreichischer Kinderschutzbund Wien, T: 0677 619 817 20, verein@kinderschutz.at; www.kinderschutz.at und Vereinigung Österreichischer Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten,

Tel.: 0676/933 35 36, office@voepp.at; www.voepp.at



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