Kinder unserer Welt. Mein erster Bildatlas.

von Lohr, Stefan (Illustrationen) und Holtmann, Michael (Text)
Verlag: Gondrom Verlag
50 Seiten,
ISBN 3811227173

Auf den ersten Blick macht dieser Kinderatlas durchaus einen sympathischen Eindruck und auch nach dem ersten Durchblättern bleibt dieses Urteil erhalten. Ich bin überzeugt, dass dieser Kinderatlas, der als Atlas der Kinder unserer Welt konzipiert ist, viele Kinder animieren wird, sich einen Eindruck zu verschaffen, wie es denn Alterskolleg/-innen rund um den Erdball so geht.

 

Neben der vereinfachten Darstellung der Kontinente, die mit einigen Piktogrammen sowie den Fahnen der eingezeichneten Länder angereichert sind, werden, so meine Vernutung, die vielen, leicht fassbaren Geschichten über Hintergründe nah gelegener aber auch weit entfernter kindlicher Lebenswelten bei den jugendlichen Leser/-innen auf Gefallen stoßen:

Jakub aus Polen, Tegla aus Kenia, Katharina aus Österreich, Leela aus Indien sind nur vier von insgesamt 30 Beispielen, die den Kindern mittels einfacher biographisch konzipierter Information Einblicke in ihr Leben gestatten. Was dabei heraus kommt?

Leben kann so anders, aber auch wieder so ähnlich dem eigenen sein. Allgemeine kognitive Informationen sowie Hinweise auf globale Problemstellungen (Armut, Hunger, Alphabetismus) eröffnen den Bildatlas, bevor dann beginnend mit Europa die Vorstellung der Kontinente ihren Anfang nimmt. Am Ende gibt ein Quiz die Möglichkeit der Selbstüberprüfung, wobei die Fragen praktisch ausschließlich in Ein-Wort-Antworten münden. Ein zweiseitiges Register sammelt am Ende die wichtigsten topographischen und thematischen Begriffe und lädt zum lustvollen eigenständigen Arbeiten ein. Ich denke, dieser Bildatlas wird seine Anhängerschaft finden und das zu Recht. Gibt es noch kritische Anmerkungen zu vermelden? Ich denke diesbezüglich sind zumindest drei Dinge erwähnenswert:

  1. Bei der Einzeldarstellung der Kontinente sind nur jene Länder namentlich verzeichnet, auf die sich auch ein entsprechendes Fallbeispiel einer „Kinderbiographie“ bezieht. Das muss man allerdings erst selbst herausfinden, denn erklärt wird es nirgends.

  2. Alle dargestellten Kinder und Erwachsenen lachen und sind fröhlich, egal wo sie leben – ob das nicht ein bisschen realitätsfremd ist?

  3. Ein Rechtschreibfehler, wie er auf Seite 13 aufscheint, wo die kleine „Geis“ als Lieblingstier von Katharina aus Österreich vorgestellt wird, sollte doch eigentlich zu vermeiden sein.

 

Christian Vielhaber

  • Grey Facebook Icon

© Österreichischer Kinderschutzbund – Wien