Ein Haus für den Bären

Ortelli, Barbara (2011)
Bargteheide: minedition, 
32 Seiten, € 12,95,--

In Baobab wohnen sechs Tiere in einem großen Baum: das Wildschwein, der Fasan, der Frosch, der Biber, das Chamäleon und die Maus. Die Tiere leben in friedlicher Koexistenz mit klar verteilten Aufgaben, um einander das Leben zu erleichtern. Bis eines Tages ein Fremder in diese Idylle einbricht – ein Bär, der eine Bleibe sucht.

 

Zuerst trifft er auf Abwehr – die Tiere können sich nicht vorstellen, dass der große Bär bei ihnen wohnen soll. 

Es ist der Frosch, der bei seinen Freunden um Verständnis wirbt. Er ist nämlich überzeugt, dass der Bär etwas besonders gut kann und deshalb in der Tierfamilie seinen Platz bekommen könnte. Und so ist es auch – der Bär fängt Fische und lädt alle zum Festschmaus ein. Als Gegenleistung helfen ihm die Tiere beim Hausbau – und die Familie ist um ein Mitglied größer und reicher geworden.

Das alte Motiv der Herbergsuche wird hier positiv aufgelöst: weil die Tiere aus eigener Erfahrung wissen, dass sie einander brauchen und voneinander profitieren, fällt es ihnen nicht schwer, einen „Fremden“ zu integrieren. – Sollte auf der Leseliste jener selbsternannten Heimatschützer/innen stehen, die populistisch gegen Zuwanderung wettern – in dieser Einfachheit müssten sie die Botschaft eigentlich verstehen.

Karin Dobler

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