Verein für gewaltlose Erziehung

Auszüge aus unserer Zeitung KINDERSCHUTZ AKTIV.
Editorial Kinderschutz Aktiv Nr. 84
Es weihnachtet sehr – wieder einmal zu früh, wieder einmal zu heftig und wieder einmal zu hektisch. Das, davon bin ich überzeugt, werden viele von Ihnen sagen, denken und fühlen. Für uns, die mit viel Energie Gewalt gegen Kinder, in welcher Form sie auch immer auftritt, zurückdrängen möchten, weihnachtete es weder zu früh, noch zu hektisch und schon gar nicht zu heftig, als durchsickerte, dass sich die beiden Regierungsparteien geeinigt hatten, die Kinderrechte in der Verfassung zu verankern.
Diese Nachricht war vielmehr wie ein vorverlegtes Weihnachtsfest, weil sich damit ein lang gehegter Wunsch - nicht nur von uns sondern des gesamten Netzwerkes “Kinderrechte” (www.kinderhabenrechte.at) - zu erfüllen schien. Zwar hätten sich die Expert/-innen des Netzwerkes gewünscht, bereits im Vorfeld stärker in die Diskussion über die Inhalte und Formulierungen des Gesetzestextes einbezogen zu werden, aber was soll’s, das Ergebnis zählt und die Informationen, die vor der medialen Aussendung verfügbaren waren, ließen doch einiges erhoffen. Dies vor allem auch deshalb, weil Resultate wissenschaftlicher Untersuchungen belegen, dass die bewusste Kenntnis eines gesetzlichen Gewaltverbotes durch die Öffentlichkeit eine wichtige Einflussgröße dafür ist, Menschen zu sensibilisieren keine Gewalt auszuüben und auch gegen jede Form von Gewalt einzutreten.
Die Einbettung der politischen Aktivitäten zur verfassungsrechtlichen Etablierung von Kinderrechten in das Zeitfenster, in dem die 20jährige Wiederkehr der UN-Kinderrechtskonvention gefeiert wurde (20. November), stieß auf wohlwollende Unterstützung vieler NGOs, weil dadurch auch einiges mehr an medialer Aufmerksamkeit für die Sache des Gewaltverbotes zu erwarten war.
Auch wir vom Österreichischen Kinderschutzbund standen dem dichten Programmangebot positiv gegenüber, nicht zuletzt weil auch das von unserem Vereinsgründer Univ. Prof. Dr.Hans Czermak initiierte Gewaltverbot in Österreich, das ebenfalls vor 20 Jahren sozusagen gesetzlich verbrieft wurde ( § 146a ABGB) wiederholt im Mittelpunkt von Veranstaltungen stand. Der Freude folgte Ernüchterung. Der letzten Version des Gesetzestextes, der Eingang in die Verfassung finden soll, wurde ein Paragraph 7 beigefügt (www.parlament.gv.at), der – ohne dass wir darauf jetzt im Detail eingehen können - die Durchsetzung von Rechtsansprüchen von Kindern in einer Art und Weise relativiert, dass man sich fragen muss, ob Politiker/-innen Angst vor Kindern haben.
Es weihnachtet, und vielleicht erinnern sich auch unsere Volksvertreter/-innen, dass in der Heiligen Nacht der Engel des Herrn den Erwachsenen, die sich dem Kind näherten, sagte: “Fürchtet euch nicht!” Genießen Sie mit Ihren Kindern ein angstfreies Weihnachten und möge für Sie das Jahr 2010 gewaltfrei bleiben, Ihr
Christian Vielhaber
Es ist Weihnachten und wir wissen, dass Sie von vielen Seiten bedrängt werden, zu helfen, trotzdem bitten auch wir um Ihre Unterstützung, denn die Stimme der Gewaltlosigkeit gegenüber Kindern ist in Österreich noch immer viel zu leise. Wir arbeiten daran, sie deutlich vernehmbar zu machen – mit Ihrer Hilfe.
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