Verein für gewaltlose Erziehung

Auszüge aus unserer Zeitung KINDERSCHUTZ AKTIV.
Die Österreichische Liga für Kinder- und Jugendgesundheit – www.kinderjugendgesundheit.at
Die „Österreichische Liga für Kinder- und Jugendgesundheit“, der erfreulicher Weise nun auch der Österreichische Kinderschutzbund angehört, will eine Plattform zur fächer- und berufsübergreifenden Kommunikation rund um das Thema Kinder- und Jugendgesundheit in Österreich errichten. Damit sollen vermehrt interdisziplinäre Kontakte und Projekte entwickelt, gemeinsame Anliegen nach Außen vertreten sowie der Wert von Kinder- und Jugendgesundheit in der Gesellschaft insgesamt gestärkt werden. Sie ist somit eine - nicht auf Gewinn gerichtete, überparteiliche und überkonfessionelle - Vereinigung für alle im Feld der Kinder- und Jugendgesundheit tätigen Personen, Fachgesellschaften und Berufsverbände sowie für alle mit Versorgungsaufgaben befassten Institutionen und Initiativgruppen der Selbsthilfe, Eltern und Betroffenen. Sie orientiert sich an einer berufsübergreifenden Konzeption und einer umfassenden Definition von Kinder- und Jugendgesundheit und an der hierfür notwendigen Netzwerkbildung.
So propagiert die Liga einen achtsamen und nachhaltigen Umgang mit unserem Lebensraum und den Lebensbedingungen der Menschen und tritt für gesundheitliche Chancengleichheit unabhängig von sozialem Status, Geschlecht, kultureller Herkunft oder Bildung für alle in Österreich lebenden Kinder und Jugendliche ein. Elternschaft soll in ihrer Verantwortung unterstützt und als einer der bedeutendsten Faktoren für die Entwicklung der nächsten Generation gestärkt werden. Die Kinder und Jugendlichen von heute sind die Gestalterinnen und Gestalter von morgen. Bestmögliche Gesundheit ist ihr selbstverständliches persönliches „Grundrecht“. Sie ist aber auch die Basis für die gesellschaftliche Bewältigung zukünftiger Herausforderungen.
Diese Gründungsidee der - noch jungen - Liga für Kinder- und Jugendgesundheit wird mittlerweile schon von einer Vielzahl an Fachgesellschaften und Berufsverbänden wie auch von Elternselbsthilfe-Organisationen und versorgenden Institutionen als sinnvoll erachtet und unterstützt.
In welche Richtungen diese Bewusstseinsbildung gehen kann, zeigen die Stellungnahmen der Liga in letzter Vergangenheit, wie zum Beispiel die öffentliche Ablehnung eines neuen, unerträglichen Sendekonzepts des Privatsenders RTL: „Was bisher zu dem neuen Fernseh-„Format“ „Erwachsen auf Probe“ bekannt wurde, ist nach Ansicht der Österreichischen Liga für Kinder- und Jugendgesundheit als öffentlicher Kindesmissbrauch zu qualifizieren. Unter pseudopädagogischer Begründung werden Säuglinge und Kleinstkinder ohne ausreichende Beachtung des Kindeswohls für eigennützige Motive und Bedürfnisse anderer missbraucht.“
Auch politisches Lobbying hat bereits im Jahr 2008 gegen die geplante allgemeine Anzeigepflicht im neuen Gewaltschutzgesetz stattgefunden. Ganz aktuell hat die Liga für Kinder- und Jugendgesundheit eine Stellungnahme zu jenem von Innenministerin Maria Fekter koordinierten „Nationalen Aktionsplan für Integration“ abgegeben: „Wir sind der Überzeugung, dass Gesundheit von Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund eine ganz zentrale politische Relevanz hat. Sie ist - in ihrem umfassenden bio-psycho-sozialem Sinn verstanden - die Basis für deren weitere Entwicklungsmöglichkeit und somit der zukünftigen Lebensgestaltung der betroffenen Menschen in der Aufnahmegesellschaft.“
Fünf zentrale Forderungen der Liga an die Regierung bedeuten ein intensives Arbeitprogramm: Es beginnt mit der Forderung nach einem deutlichen Ausbau sogenannter „Früher Hilfen“ und einer qualitativen Verbesserung der Jugendwohlfahrtsangebote, da Gewalterfahrungen der Eltern überwiegend an die nächste Generation weitergegeben werden (siehe „Luca“ und ähnliche Schicksale). Weiters verlangt die Liga kostenfreie Therapien für alle Kinder, unlimitierte und ebenfalls kostenfreie, begleitende Betreuung der Eltern im Rahmen der Behandlung von Kindern (ohne Notwendigkeit einer Diagnosestellung bei den Eltern) und die Bezahlung von Netzwerkarbeit in der Versorgung kranker und entwicklungsgefährdeter Kinder. Die systematische Erhebung von Kindergesundheitsdaten ist dabei unumgänglich. Nur durch ein starkes Auftreten kann es ein Umdenken in der Gesellschaft geben, wie wertvoll Kinder und Jugendliche sind.
Mag. Elisabeth Schaffelhofer-Garcia Marquez ist Juristin, freie Journalistin und bei der Liga für Kinder- und Jugendgesundheit für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig.
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