Verein für gewaltlose Erziehung

Manchmal – Vater & Sohn
Schmidt, Hans-Christian (Text) und Nemet, Andreas (Illustrationen) (2010)
Bargteheide: minedition, 28 S. €10.20
Die Autorin ist keine Pädagogin, keine Psychologin, keine Wissenschafterin und auch keine Therapeutin. Ja, was ist sie eigentlich. Sie ist einfach Mutter von Kindern, die ihre Kinder ohne wenn und aber liebt und als Richtschnur zur Organisation ihres Familienlebens ihren – offenbar reichlich vorhandenen – gesunden Menschenverstand einsetzt.
Wie sie das macht, davon gibt es in diesem Buch jede Menge von Hinweisen und Beispielen, allesamt alltagstauglich, kostengünstig, leicht umzusetzen und nicht besonders aufwändig. Was aber noch mehr beeindruckt, sind die in kurze Sätze verpackten grundsätzlichen Aussagen über Kinder, die in den Texten zwischengelagert sind: sie sind keine jungen Erwachsenen, sie sind um ihrer selbst willen zu respektieren, sie sind ernst zu nehmen, ihre Prioritäten sind nicht jene der Erwachsenen, es soll ihnen nichts unterstellt werden und sie sollen nicht der Lüge geziehen werden, nur weil sie aus dem Blickwinkel der Erwachsenne nicht die Wahrheit sagen etc.
Machte man sich die Mühe, und führte diese einzelnen Sätze zusammen, es käme ein prägnantes Plädoyer heraus, das auch als Grundlegung einer gewaltfreien Erziehung gelten könnte. Fast alle der im Buch vorgestellten Ideen, die schwierige Familien- und Lebenssituationen leichter bewältigbar machen sollen, sind gekoppelt an Heiterkeit, Freude und Spaß. Wenn sie der Überzeugung sind, dass dies eine gute Voraussetzung für ein gedeihliches Miteinander von Kindern und Erwachsenen ist, dann sind sie genau der richtige Adressat/die richtige Adressatin, um das Löffelchen von Zucker zu konsumieren – aber bitte gemeinsam mit Kindern.
Christian Vielhaber
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