Verein für gewaltlose Erziehung

Themen, Stoffe und Motive in der Literatur für Kinder und Jugendliche.
Seibert, Ernst
2008, Wien: facultas.WUV, 206 S. (= UTB 3073)
Was uns Ernst Seibert, der an der Universität Wien forscht und lehrt, hier präsentiert ist mit Sicherheit kein Kinderbuch. Es ist ein Werk mit literaturwissenschaftlichem Anspruch, eine Arbeit, die davon ausgeht, dass Kinder- und Jugendliteratur als eigenes Genre zu betrachten ist und keineswegs zurückgestuft werden sollte auf eine Art Vorstufe ernst zu nehmender Literatur.
Damit hat der Autor eine klare wissenschaftliche Position bezogen, die im Bereich literaturwissenschaftlicher Diskurse nicht unbedingt ungeteilten Beifall findet. Meine Sympathie hat er damit aber allemal. Darüber hinaus ist es Seibert aber auch gelungen, mein persönliches Interesse zu wecken und zwar mit der schlichten Zielsetzung, die ganzheitliche Sichtweise als jene Perspektive zu nützen, die es möglich macht, über die Literatur für Heranwachsende „Kinder und Jugendliche jeweils in ihrer Zeit – und vor allem heute – besser zu verstehen“. Er hat sich damit auch einem sozialen Auftrag gestellt, dem er in überzeugender Weise entspricht. Es würde zu weit führen, an dieser Stelle den Aufbau des Buches und die Analysekriterien, die eingesetzt werden näher zu erläutern. Viel wichtiger scheint mir, dass auch Leser/-innen ohne literaturwissenschaftlichen Hintergrund das literarische Umfeld, das Seibert beackert hat, animiert und bereichert verlassen und diese letzte Bemerkung bitte ich als Empfehlung für Erwachsene aufzufassen, die ihren literarischen Horizont verbreitern wollen.
Christian Vielhaber
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