Österreichischer Kinderschutzbund - Verein für gewaltlose Erziehung

Kinder sind unschlagbar


Komm, wir finden eine Lösung!

Training zur Gewaltprävention mit Grundschulkindern.

Zwenger-Balink, Brigitte (2004)
München-Basel: Ernst Reinhardt Verlag,
136 S. € 19.90.-

Buch-CoverDas Buch wurde vom Deutschen Kinderschutzbund empfohlen – Grund genug etwas näher hinein zu lesen.

Der entscheidende Impuls dieses Buch zu schreiben, war die Zunahme gewalttätiger Auseinandersetzungen an Schulen und der Wunsch Lehrkräfte zu unterstützen und zu entlasten. Das Trainingsprogramm, das vorgelegt wird, ist vielfältig und doch einfach umzusetzen. Es basiert auf einer Fülle von Übungen, die jeweils die Funktion des Hörens, des Sehens oder des Sprechens in das Zentrum einer sozialen Interaktion stellen und Kindern die Möglichkeit eröffnen sollen, die zerstörerische Kraft von Gewalt zu begreifen bzw. durch gemeinsam erarbeitete Lösungen  zu einem friedvollem Umgang miteinander zu gelangen.

Je nach Komplexität der Trainingseinheiten wird empfohlen die Konfliktregelungsübungen aufbauend von der ersten bis zur vierten Klasse einzusetzen.
Ich kann all den Vorschlägen und Ansätzen in diesem Buch durchaus etwas abgewinnen und glaube auch, dass die vorgeschlagenen Übungen hilfreich sein können.

Nur eine Aussage kann ich nicht mittragen und zwar jene, die fordert, dass Gewaltprävention sinnvollerweise in der Grundschule beginnen soll, weil die Kinder von Anfang an befähigt werden sollen, Konflikte zu lösen und zwar durch lernen und üben. Auf welchen Anfang wird hier Bezug genommen? Ich vertrete die Überzeugung, das Gewaltprävention in dem Moment zu beginnen hat, wenn klar ist, dass neues Leben im Wachsen ist, d.h. mit Beginn einer Schwangerschaft. Das bedeutet, gewaltpräventives Denken und Handeln ist keine Perspektive, die Kindern anerzogen oder antrainiert werden kann, wenn der Verlauf der frühen Kindheit von traumatisierenden Gewaltakten geprägt war oder Einflüsse struktureller Gewalt ihre schlimme Wirkung bereits entfaltet haben.

Vielleicht sollte doch bei Konzepten, wie der Gewalt beizukommen sei, nicht nur der Wunsch Pate stehen. Lehrkräfte zu unterstützen und zu entlasten sondern auch Kinder und im Fokus sollten nicht  nur gewalttätige Auseinandersetzungen von Schüler/-innen stehen sondern auch Überlegungen, ob  nicht doch auch Erwachsene aktiv die Gewaltschraube in Gang gesetzt haben und wie damit umzugehen ist.

Christian Vielhaber

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