Verein für gewaltlose Erziehung

Eltern brauchen Grenzen, Lasst die Kinder Kinder sein
München: Piper-Verlag, 221 S. Taschenbuch € 7.95Hauser, Uli (2008)
Nach einem kurzen Abriss der Geschichte der Kindheit wendet sich der Autor einer Beschreibung des modernen Lebensstils zu, wobei er keine Erscheinung des aktuellen Zeitgeists (Handy, Computer, Fernsehen, Vorschulerziehung, Leistungsdruck etc.) unberührt lässt.
Er schreibt: „Keine Weile ohne Eile. Die Tage sind getaktet, die Zeit ist portioniert. Stunden haben einen Plan, und Termine stehen unter Druck. Wenn die Zeit Glück hat, darf sie noch gleiten.“ Daraus entwickelt er seine Forderung:“Eltern, lasst die Kinder in Ruhe und kommt mal auch selbst zur Ruhe.“ Das Buch ist lesenswert, obwohl kaum Neues vorgestellt wird, aber durch die geballte Form der Darstellung eignet es sich, meiner Meinung nach, sehr gut als Grundlage für eine tiefer gehende Diskussion.
Positiv zu vermerken ist das Fehlen jeglicher Schuldzuweisung über die herrschenden gesellschaftlichen Zustände an die Eltern. Ihnen den gegenwärtigen Zustand aufzulasten, würde zu nichts führen. Wichtig auch die Schlussfolgerung, dass alle, die an den herrschenden Zuständen interessiert sind, mit den Massenmedien mächtige Werkzeuge in der Hand haben, um sich einzumischen. Für eine Änderung diese Verhältnisse sind wir alle zuständig. Etwas eigenartig finde ich, dass das Buch bei Piper in der Reihe „Boulevard,“ erschienen ist, eine Reihe, in der eigentlich gehobene Unterhaltungsromane verlegt werden.
Peter Staudinger
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