Verein für gewaltlose Erziehung

Das Drama der Vaterentbehrung
Petri, Horst (2009):
München-Basel: Ernst Reinhardt Verlag, 200 S.
Dieses Buch ist keine Schonkost. Es geht um Vaterentbehrung, Vaterverlust, Vateraustreibung. Schon allein diese drei Worte deuten Verlustdimensionen an, die wohl nur traumatisierend auf Kinder wirken können. Dazu kommt, dass die in letzter Zeit immer häufiger werdenden Vorstöße von Väterorganisationen den Rechtsanspruch von Vätern auf ihre Kinder bzw. das, was sie als ihr Recht ansehen, stärker als bisher geltend zu machen, die Konflikt- und Krisensituation für die Kinder nicht unbedingt erträglicher machen.
Vor diesem Hintergrund ist es nützlich einen Blick auf den Autor zu machen. Horst Petri steht auf Grund seines Lebenswerkes sicherlich außerhalb des Verdachtes unbegründet Lobbyarbeit für die eine oder die andere Gruppe zu machen. Sein Herz hat immer den Kindern gehört und aus diesem Verständnis heraus formte sich auch der Inhalt dieses Buches.
Neben wissenschaftlich fundierten Bezügen und Hinweisen sind es vor allem seine Gespräche mit Beteiligten in Problemkonstellationen, deren Wiedergabe zutiefst berührt. Sie decken Ursache und Folgen von Vaterentbehrungen auf und bereiten das Terrain vor, um als Erwachsener, den finalen Schritt zur Durchsetzung persönlicher Machtansprüche zugunsten der Kinder zu unterlassen. Das Buch hat die Qualität Betroffene dabei wirkungsvoll zu unterstützen.
Christian Vielhaber
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